Die ersten Flüchtlinge ziehen ein

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27.1.2017: aus Taunuszeitung.Oberursel.
Knapp 160 Menschen können in der neuen Flüchtlingsunterkunft untergebracht werden, die die Hochtaunusbau für etwa sieben Millionen Euro an der Karl-Hermann-Flach-Straße errichtet hat. Bis die Einrichtung voll belegt ist, dürfte es angesichts der zurückgegangenen Zahl von Asylsuchenden eine Weile dauern, aber: In dieser Woche hat die Belegung begonnen. Das teilte die städtische Flüchtlingskoordinatorin Olivia Jung jetzt in der Sitzung des Sozialausschusses mit. Nach ihren Angaben sollen zunächst etwa 20 Menschen einziehen.

Der für die Asylsuchenden zuständige Hochtaunuskreis gibt keine Auskunft zu Flüchtlingszahlen – weder, was die Belegung der neuen Einrichtung betrifft noch in Bezug auf die Asylbewerber, die insgesamt im Kreis beziehungsweise den einzelnen Kommunen leben.

Wie Kreissprecherin Andrea Nagell mitteilte, will die zuständige Sozialdezernentin Katrin Hechler (SPD) Zahlen nur noch quartalsweise bekanntgeben. Doch im Oberurseler Rathaus wartet man offenbar schon länger auf aktuelle Infos: „Wir haben seit August keine neuen Meldungen bekommen“, sagte Jung.

Wie die Koordinatorin aber erfahren hat, leben derzeit 84 anerkannte Flüchtlinge in der Stadt. Wie viele Flüchtlinge sich hingegen noch im Asylverfahren befinden und in Oberursel untergebracht sind, ist auch für die TZ trotz mehrfacher Nachfrage nicht zu klären.

Was Kreissprecherin Nagell aber erklärte: Diejenigen, die dieser Tage in die neue Einrichtung – der Nachfolgebau der alten Containerunterkunft, deren Zustände immer wieder als menschenunwürdig kritisiert worden waren – einziehen, werden nicht aus anderen Unterkünften umquartiert. Es handelt sich um Flüchtlinge, die neu im Hochtaunus ankommen. Ihnen soll ein Helferkreis zur Seite stehen, der jetzt aufgebaut werde, wie die Oberurseler Koordinatorin Jung berichtete.

Wer will zum BSO?

Für den Sozialausschuss hatte Olivia Jung weitere Informationen in Sachen Flüchtlinge. Demnach sind die sogenannten 1,05-Euro-Jobs, die der städtische Betrieb Bau und Service Oberursel (BSO) für noch nicht anerkannte Flüchtlinge anbietet, vakant. Drei Stellen sind zu vergeben, konkretisierte Stephan Parnet für die Verwaltung auf TZ-Anfrage. „Wir hatten schon Leute, aber die sind abgesprungen.“ Die 1,05-Euro-Kräfte sollen zum Beispiel bei Kehrarbeiten und der Grünpflege helfen.

Im Rathaus beginnt am 1. Februar ein aus Afghanistan stammender junger Mann mit seiner Einstiegsqualifikation, um dann eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten anzuschließen. Ein Praktikum hat er bereits erfolgreich absolviert. Der Mann, dessen Asylgesuch bereits anerkannt ist und der in Oberursel lebt, hat der Stadt laut Parnet beispielsweise schon als Dolmetscher geholfen.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Die-ersten-Fluechtlinge-ziehen-ein;art48711,2444233

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