Nach dem Brand in der Flüchtlingsunterkunft in der Schwalbacher Straße

Zurück zur Übersicht

5.1.2017: aus: Taunus Zeitung. Bad Homburg.
05.01.2017
Von MARC KOLBE Das Feuer in der Flüchtlingsunterkunft in der Schwalbacher Straße hat eine Kettenreaktion ausgelöst. Nicht nur, dass neue Unterkünfte für die Bewohner gefunden werden müssen, auch das DRK ist betroffen.

Weit hatten es die Kräfte der Bad Homburger nicht, als sie am Mittwochmorgen gegen 6.30 Uhr über einen Brand informiert wurden. In der gegenüber der Wache liegenden alten Feuerwache in der Schwalbacher Straße war ein Feuer ausgebrochen, Menschenleben waren in Gefahr. In einem Teil der alten Wache hat die Stadt 14 Flüchtlinge untergebracht. In deren Gemeinschaftsküche war das Feuer ausgebrochen. Eine dichte Rauchwolke zog durch das gesamte Obergeschoss der Unterkunft.

„Als wir am Einsatzort ankamen, hatten sich die Bewohner bereits in Sicherheit gebracht, keiner war verletzt“, erklärte der stellvertretende Chef der Homburger Feuerwehr, Frank Juli. Rauchmelder hatten die Bewohner rechtzeitig gewarnt. 18 Feuerwehrleute, davon mehrere mit schwerem Atemschutz, waren rund eine Stunde damit beschäftigt, den Brand zu löschen. Die Brandursache war gestern noch nicht endgültig geklärt, Juli vermutet aber, dass eine Herdplatte, die man vergessen hatte auszuschalten, das Feuer ausgelöst hat. Tatsache ist, dass zumindest die Flüchtlingsunterkunft nicht mehr bewohnbar ist.

Das bestätigte gestern Vormittag auch der zuständige Dezernent Dieter Kraft (Grüne): „Der Trakt ist unbewohnbar.“ Aber immerhin hätten die Flüchtlinge ihre Habseligkeiten retten können. Das Wichtigste sei jedoch, dass niemand verletzt worden wäre.

Der Brand wirft die bisherige Planung im Dezernat Kraft ein wenig über den Haufen. Bislang war vorgesehen gewesen, dass die Bewohner aus der alten Wache und den Containern an der Schwalbacher Straße im Mai in das Haus Berlin auf dem ehemaligen Klinik-Areal umziehen.

Jetzt werden zwei Familien in die Container hinter der alten Wache einquartiert, acht Männer und zwei Frauen, die allein in Deutschland angekommen sind, finden vorübergehend im Ende Dezember fertiggestellten dritten Trakt im Portikus in Ober-Eschbach ein neues Zuhause. „Dort sollten eigentlich nur alleinreisende Frauen untergebracht werden“, so Kraft. Doch in der aktuellen Notsituation habe man eben umplanen müssen. Allerdings hält der Stadtrat weiter an dem Plan fest, eine Unterkunft nur für Frauen zu finden.
Umzug im Sommer

Ob der Umzug ins Haus Berlin pünktlich über die Bühne geht, hängt im Wesentlichen von den Sanierungsarbeiten in dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Hochtaunus-Kliniken ab. Die Zeit drängt, denn sobald die Flüchtlinge umgezogen sind, soll die alte Feuerwache abgerissen und durch einen Neubau der Maria-Scholz-Schule (MSS) ersetzt werden. Sollte es an einer Stelle zu Verzögerungen kommen, könnte das, so fürchtet der Stadtrat, für die MSS zur Folge haben, dass die Grundschule erst zum Schuljahr 2020/21 in ihren Neubau einziehen könnte. „Bis spätestens Sommer müssen wir die alte Feuerwache abgerissen haben“, so Kraft.

Die Flüchtlinge sind übrigens nicht die einzigen Nutzer der alten Feuerwache, die von den Folgen des Brands betroffen sind. Auch das DRK (Kreisverband und Ortsvereinigung Bad Homburg), die Interessengemeinschaft Kirdorfer Feld und der Kinderschutzbund sind noch in dem Gebäude untergebracht. Vor allem beim DRK fragt man sich, wie es jetzt weitergehen soll. Zwar ist die im Nachbartrakt gelegene Einsatzleitstelle für den Katastrophenfall nicht direkt vom Brand betroffen – aber indirekt allemal. So hat die Fahrzeughalle, die dem DRK als Lager dient, einen Wasserschaden abbekommen. „Wir haben von morgens um 7 Uhr an munter umgeräumt“, erklärt der RK-Beauftragte vom DRK, Uwe Riehl. Feldbetten, Sanitätsmaterial, Zelte und Fahrzeuge – alles musste ins Trockene geschafft werden.

Hinzu kommt, dass zumindest gestern noch Strom, Heizung und Wasser in dem Gebäude ausgefallen waren. Riehl: „Wir können bei einer großen Lage (ein größerer Einsatz ) nicht ohne Strom im Dunklen sitzen und frieren.“ Da sei die Stadt jetzt gefordert. Und im Gegensatz zum Deutschen Kinderschutzbund habe man noch kein Ausweichquartier für den ohnehin im Mai anstehenden Auszug gefunden.

Quelle (mit Fotos):

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Feuer-in-der-alten-Wache-ndash-Herdplatte-loest-Brand-aus;art48711,2406730

Zurück zur Übersicht
zurück zur Startseite