Reimar Faulhaber, Flüchtlingshelfer: „Man muss Geduld haben“

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20.12.2016: aus: Taunus Zeitung. Bad Homburg. An wen wende ich mich, wenn ich Fragen zu meinem Asylantrag habe? Wo lerne ich Deutsch? Tausende Fragen dieser Art hat Dr. Reimar Faulhaber im vergangenen Jahr zu beantworten versucht. Er ist ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer beim DRK in der Gemeinschaftsunterkunft im Niederstedter Weg. Ein Interview.

Herr Dr. Faulhaber, Sie sind promovierter Physiker im Ruhestand und haben sich im Alter von 74 Jahren dazu entschlossen, sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit zu engagieren. Keine Lust auf Golfspielen?

DR. REIMAR FAULHABER (lacht): Ich war auch nach Beendigung meines aktiven Berufslebens sehr bildungshungrig und auf der Suche nach etwas, das mich ausfüllt und weiterbringt. Als 2015 die Flüchtlingskrise über alle hereinbrach, wusste ich daher sofort, dass ich mich da engagieren wollte. Ich lernte dann in St. Marien viel über das Flüchtlingswesen und bin dann aber relativ schnell, im September 2015 war das, zum Deutschen Roten Kreuz gegangen, weil ich gesehen habe, dass dort unglaublich viel Arbeit ansteht.

Und wie sah diese Arbeit aus?

FAULHABER: Also zunächst einmal ging es für die Sozialarbeiter um ganz rudimentäre Dinge: Wo bereiten wir die Betten vor? Wie richten wir die Zimmer ein? Wer kümmert sich um die Aufnahme der Daten der 240 Flüchtlinge, die innerhalb weniger Wochen in die Unterkunft kamen? Ich habe dann schnell gesehen, dass da für prinzipielle Dinge wie Fragen danach, wie ein Asylverfahren abläuft, eigentlich gar keine Zeit war. Also habe ich angefangen, mich damit zu beschäftigen, weil ich wusste, solche Fragen werden auf uns zukommen und dass irgendwer in der Lage sein muss, sie zu beantworten. Mein Glück war, dass ich zuvor sozusagen bei St. Marien schon „hospitiert“ hatte, insofern auch schon einiges an Wissen über die Kompliziertheit des Flüchtlingswesens mitgebracht hatte. Das half mir dann, die richtigen Behörden aufzusuchen oder die richtigen Antworten an die Flüchtlinge zu geben.
Mehr:

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/bdquo-Man-muss-Geduld-haben-ldquo;art48711,2381992

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