Jobs für Flüchtlinge

Zurück zur Übersicht

16.12.2016: aus Taunuszeitung. Hochtaunus.
Bevor Asylbewerber monate- oder gar jahrelang herumsitzen, sollen sie dann nicht Rasen mähen oder den Hof öffentlicher Einrichtungen fegen? Diese Gedanken wurden oft geäußert, seit eine Neufassung des Integrationsgesetzes im August dies erlaubt. So könnten die Flüchtlinge während des laufenden Asylverfahrens erste Erfahrungen in der neuen Arbeitswelt sammeln. Doch es ist gar nicht so einfach, die meist jungen Männer in Arbeit zu bringen – auch nicht in gemeinnützige.

Bei der in Bad Homburg ansässigen Agentur für Arbeit (AA) hat sich ein Verwaltungsausschuss gebildet, der über den Einsatz von Flüchtlingen in gemeinnütziger Arbeit berät. Jetzt hat er erstmals getagt. Die AA ist für die Landkreise Hochtaunus, Main-Taunus und Groß-Gerau zuständig; in den beiden Letztgenannten werden zum Jahresbeginn 2017 Maßnahmeplätze zur Verfügung gestellt – im Hochtaunuskreis dagegen nicht. Warum nicht?

Hier könnten derzeit noch keine Flüchtlinge integriert werden, da die Städte und Gemeinden noch keine Anträge gestellt hätten, erklärte jetzt die AA. Die unterschiedlichen Platzzahlen hingen von den einzelnen Kapazitäten und der Bereitschaft in den verschiedenen Landkreisen ab.

Neues Gremium

Die von Städten, Gemeinden und anderen Trägern geschaffenen „Arbeitsplätze“ werden von der AA finanziert. Überwacht und genehmigt werden die Maßnahmeplätze durch den Verwaltungsausschuss der Agentur, der zu diesem Zweck einen Unterausschuss gebildet hat, um schnelle Entscheidungen in Bezug auf die zu schaffenden Plätze treffen zu können. Der Unterausschuss besteht wie der Verwaltungsausschuss selbst aus Vertretern der Arbeitnehmer- und der Arbeitgeberseite sowie der öffentlichen Hand. Auch Katrin Hechler (SPD), Sozialdezernentin und Kreisbeigeordnete des Hochtaunuskreises, sitzt in dem Gremium.

Im Landkreis Groß-Gerau profitieren 75 Flüchtlinge von der gemeinnützigen Arbeit, im Main-Taunus-Kreis sind es 15. Im Verwaltungsausschuss hofft man, dass auch der Hochtaunuskreis künftig Plätze anbieten kann. Denn wer solche Arbeitsplätze zur Verfügung stelle, leiste entscheidende Schritte in die Eingliederung von Geflüchteten in die Gesellschaft.

Damit geht es offenbar langsamer voran, als sich die Verantwortlichen zu Beginn der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 gedacht haben. AA-Geschäftsführer Matthias Oppel hatte bereits in diesem Sommer gesagt, dass vor allem engagierte Flüchtlinge Arbeits- und Ausbildungplätze fänden. Rund 3000 Geflüchtete lebten zu dieser Zeit im Hochtaunuskreis; diese Zahl ist seither nur leicht gestiegen.

Lediglich etwa ein Viertel der Ankömmlinge seien direkt in den Arbeitsmarkt integrierbar, sagte Oppel – etwa weil sie in ihrer Heimat einen Beruf erlernt haben, der hier gesucht wird. Die anderen müssen erst einmal Deutsch lernen. Dafür gibt es inzwischen zahlreiche, teils auch vom Bund geförderte Programme, kombiniert mit Praktika in Handwerksbetrieben. Gefördert werden vor allem Menschen mit guter Bleibeperspektive.

Auch beim Handwerk im Taunus hält sich die Zahl der Betriebe, die Flüchtlinge beschäftigen, bislang in Grenzen, weil nur einzelne Asylbewerber schon so gut Deutsch sprechen, sagte Eberhard Haag von der Kreishandwerkerschaft.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Jobs-fuer-Fluechtlinge;art48711,2376131

Zurück zur Übersicht
zurück zur Startseite