Film ab für ein gutes Leben

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12.12.2016: aus Taunuszeitung. Oberursel.
„Frieden“ steht auf einem Zettel auf der Pinnwand. Auf anderen sind „Freiheit“ und „Gesundheit“ zu lesen. „Das war Teil unseres Brainstormings, was ein gutes Leben ausmacht“, erzählt der 19-jährige Muzafar Ashrati, der eine der InteA-Klassen der Feldbergschule besucht. Die InteA-Klassen wurden für Jugendliche eingerichtet, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind.

„Das gute Leben“ heißt das Filmprojekt der Bildungsstätte Alte Schule Anspach (Basa), an dem 18 Schüler der InteA-Klassen jetzt arbeiten. „Es geht darum, sich auf kreative Weise mit einem politischen Thema auseinanderzusetzen und seine Meinung auszudrücken“, erläutert Christian Kirschner, Referent für politische Bildung bei der Basa. „Wir haben schon einige Interviews dazu im Park gedreht“, erzählt Basharmal Omarkhail (18). Aber nicht nur das gehört zur Projektarbeit, auch um Licht und Schnitt müssen sich die Jugendlichen selbst kümmern.

Wie viel die InteA-Klassen bereits auf die Beine gestellt haben, zeigt sich an den weiteren Stellwänden mit Fotos und Plakaten, die überall im Klassenraum verteilt sind. Im Juni dieses Jahres haben die Jugendlichen zum Beispiel mit deutschen Schülern gemeinsam gekocht. Ein Fußballturnier im März war für viele Jungs das Highlight.

Waheed Paigham kam vor eineinhalb Jahren aus Afghanistan, und ihn hat besonders der Besuch bei Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) beeindruckt. „Wir haben etwas darüber gehört, welche Firmen es in Oberursel gibt und etwas über deutsche Kultur gelernt“, erinnert er sich. „Ich fand es ganz interessant, dass die Deutschen zum Beispiel den Ehering an der rechten Hand tragen. Das ist bei uns anders, da trägt man ihn links“, erzählt der 18-Jährige.

Er möchte unbedingt Pharmazeutisch-Technischer Assistent werden und büffelt daher fleißig Deutsch. Das erzählt er auch einem Mitglied des Eine-Welt-Vereins, deren Mitglieder an diesem Nachmittag in der Schule zu Gast sind. Hintergrund ist ein Förderpreis, der vom Verein ausgelobt wird und den das InteA-Projekt dieses Jahr bekommen hat (siehe ZUM THEMA).

Begegnungen im Café

Daher bleiben die meisten Besucher auch besonders lang an der „Wand der Wünsche“ stehen. Dort haben die Jugendlichen alles aufgeschrieben, was sie gerne einmal machen möchten. Ein Zettel fällt gleich ins Auge. Darauf steht: „ein Café eröffnen“. Dabei geht es aber nicht um ein ganz normales Café, sondern um eine schulinterne Begegnungsstätte. Dort sollen InteA-Schüler mit deutschen Schülern der Feldbergschule ungezwungen in Kontakt kommen. „Aber man soll dort auch lernen können“, betont Angela Höll, die InteA-Koordinatorin der Schule. Mit dem Geld des Förderpreises ist dieser Wunsch jetzt zum Greifen nah.

Aber braucht es wirklich so einen Ort, um ins Gespräch zu kommen? „Die Sprachbarriere ist am Anfang das größte Problem“, weiß Angela Höll. „Früher bin ich mit den Jugendlichen sogar in die Pause gegangen, weil sie keine Lust hatten, so verloren auf dem Außengelände zu stehen“, erinnert sie sich. Aber auch außerschulische Angebote wie ein Museumsbesuch, teure Schwimmkurse und die Fahrradprüfung sind Dinge, die mit dem Förderpreis realisiert werden könnten.




„Einsatz über das normale Maß hinaus“

Das InteA-Projekt der Feldbergschule hat den Förderpreis des Eine-Welt-Vereins Oberursel gewonnen, der mit 2000 Euro dotiert ist. Drei Projekte standen zur Wahl, die Feldbergschule hat das Rennen gemacht.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Film-ab-fuer-ein-gutes-Leben;art48711,2368055

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