725 Flüchtlingskinder in Schulen und Ansturm auf Gymnasien

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23.11.2016: aus Taunuszeitung.Hochtaunus. Kultusministerium, Schulamt, Landkreis als Schulträger, Schule, Eltern – alle haben das gemeinsame Ziel, den Kindern und Jugendlichen eine bestmögliche Bildung zu vermitteln. Auf Einladung des Vorsitzenden des Kreiselternbeirats, Gereon Stegmann, informierten Landrat Ulrich Krebs (CDU) und der stellvertretende Schulamtsleiter Andre Linhart die Schulelternbeiräte des Hochtaunuskreises über den Stand der Dinge. Dazu ein paar Zahlen: 75 Mitarbeiter des Staatlichen Schulamts Friedberg sowie 55 Fachberater sind für derzeit etwa 65 000 Schüler im Hochtaunus- und im Wetteraukreis zuständig. Diese werden in 2700 Klassen von 5500 Lehrern (4300 Vollzeitstellen) unterrichtet. Zum Schuljahresbeginn wurden 180 neue Lehrer eingestellt, wobei die Zahl, wie viele zusätzliche Lehrkräfte das nach Abzug der ausgeschiedenen Lehrer tatsächlich sind, noch nicht vorliegt. Aktuell sind im Schulamtsbezirk 1500 schulpflichtige Flüchtlingskinder registriert, davon 725 im Hochtaunuskreis. „Was die Schüler nicht deutscher Herkunftssprache, „NDHS“, betrifft, findet eine monatliche Nachsteuerung statt“, erläuterte Linhart und ergänzte, dass zusätzliche Psychologen zur Bearbeitung von Traumata eingestellt worden seien.


Der Hochtaunuskreis erstattet den Schülern, die etwa nach Weilmünster oder Bad Camberg pendeln, zwar nicht die Fahrtkosten, zahlt für sie aber einen Gastschulbeitrag.
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Landrat Krebs berichtete, dass das große Schulbauprogramm soweit abgeschlossen sei, „das Tempo wird jetzt gedrosselt“. Als nächstes Großprojekt stehen Abriss und Neubau des Hauptgebäudes der Gesamtschule Stierstadt (IGS) an, wo man „möglichst zügig in die Planung gehen will.“

Dass der Denkmalschutz dem Schulträger beim Ausweichquartier des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums auf dem Gelände des ehemaligen Bundesausgleichsamts Steine in den Weg lege, kritisierte Krebs: „Das Interesse einiger Weniger führt hier zum Problem für viele.“

Dem Ansturm auf weiterführende Schulen, insbesondere auf das Gymnasium Oberursel (Linhart: „Wir haben wieder stärkere Jahrgänge; keiner weiß, woher die kommen.“), will der Kreis mit zwei Maßnahmen entgegenwirken: Zum einen wurde beim Kultusministerium beantragt, an der Stierstädter IGS eine Oberstufe einzuführen, zum anderen soll in der Konrad-Lorenz-Schule in Usingen ein gymnasialer Zweig für die Klassen 5 bis 10 eingerichtet werden. Beide Vorschläge würden derzeit beim Schulamt geprüft, so Linhart. Ob diese Neuerungen, bereits zum kommenden Schuljahr greifen können, sei unklar.

Schülerticket, Schulessen, Sauberkeit von Toiletten, Schulschwimmen in Usingen, Busfahrpläne und dass weiterführende Schulen den Wissensstand einiger Fünftklässler beklagen, wurde ebenso angesprochen wie die Frage, ob Lehrer dazu gebracht werden können, mit Eltern(beiräten) und/oder Schülern per E-Mail zu kommunizieren – was sie nämlich nicht müssen und in Einzelfällen auch verweigern. „Das Problem ist bekannt, doch es gibt noch keine für alle Seiten zufrieden-stellende Lösung“, so Linhart, der auf ein Medienkonzept verwies, das vom Kultusministerium ausgearbeitet wird.

Auf Fragen nach der Qualitätskontrolle des Unterrichts erläuterte der stellvertretende Amtsleiter, dass die Schulinspektion in Person der „Evaluationsberater“ nun ans Schulamt „angedockt“ und für interne und externe Kontrollen zuständig sei: „Das entwickelt sich jetzt, dauert aber noch ein bis zwei Jahre.“ Dass den Schulen mehr Möglichkeiten zur Selbstentwicklung gegeben wurde, sei eine Chance. Linhart appellierte an die Elternbeiräte: „Nehmt die Eltern mit ins Boot! Auch wenn es hier und da noch kleine Schwierigkeiten gibt, bin ich von diesem System überzeugt.“

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/725-Fluechtlingskinder-in-Schulen-und-Ansturm-auf-Gymnasien;art48711,2334150

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