Hochtaunuskreis sieht entspannt auf die Flüchtlingszahlen

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24.10.2016: aus Taunuszeitung.Hochtaunus.
Die Zahl der Flüchtlinge, die in den Taunus kommen, ist nach wie vor überschaubar. Etwa 20 Personen pro Woche seien es derzeit, erklärte die für die Flüchtlingsunterbringung zuständige Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Katrin Hechler (SPD). Kein Vergleich zu der Zeit vor dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei: Im vergangenen Winter kamen teils mehr als 100 Asylsuchende im Landratsamt an.

Wie der Hochtaunuskreis erst jetzt mitteilte, hat er in diesem Jahr bis zum Stichtag 30. September 3080 Flüchtlinge in den 13 Kommunen untergebracht. also nicht viel mehr als Ende Juli, da waren es rund 3000. Auch im zweiten Quartal hatten kaum mehr als 20 Flüchtlinge pro Woche den Taunus erreicht. Zur jetzigen Zahl hinzu kommen 308 unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) im Hochtaunus, die in die Betreuung des Jugendamtes fallen. Die meisten Flüchtlinge kämen aus Syrien, Afghanistan, dem Irak und dem Iran.

Man komme mit den Zuweisungsraten des Landes gut zurecht, so Hechler. Sie rechnet damit, dass die Zahlen „vorerst auf diesem Niveau bleiben werden, aber wissen können wir es natürlich nicht“, sagte die Kreisbeigeordnete. „Man darf aber nicht vergessen, dass derzeit noch immer Flüchtlinge ankommen.“ Wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen hatte der Kreis im Frühjahr einige Planungen, die die Unterbringung von Asylbewerbern betrafen, neu angepasst. Aber man sei „durchaus in der Lage, in die bisherigen Planungen kurzfristig wieder einzusteigen“, betonte Hechler.

Besonders viele Flüchtlinge nehmen Bad Homburg, Oberursel und Weilrod auf. Am wenigsten Menschen wurden – in Relation zu ihren Einwohnerzahlen – in Wehrheim und Glashütten einquartiert.




Weilrod geht mit gutem Beispiel voran

In den einzelnen Kommunen werden Flüchtlinge gemäß der Einwohnerzahl aufgenommen. Wie viele Asylbewerber leben derzeit wo? Eine Übersicht. Bad Homburg: 679 (52 244 Einwohner)


60 neue Plätze in Glashütten

Als nächste Unterkunft soll in Glashütten eine Unterbringung für 60 Personen entstehen. Sie ist laut Hechler kurz vor der Fertigstellung. „In guten Gesprächen mit der Gemeinde hat man sich darauf geeinigt, dass der Kreis Betreiber der Unterkunft ist und diese mit dem restlichen Mobiliar ausstatten wird“ – was in den nächsten Tagen geschehen soll. Die soziale Betreuung liege in den bewährten Händen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Jene 150 Flüchtlinge, die bis vor kurzem noch in der Notaufnahme in Kronberg gewohnt haben, sind ausgezogen, weil die Einrichtung, wie berichtet, vom Land geschlossen wurde – ebenso wie die in Bad Homburg. Auch die alte Klinik in Bad Homburg ist nach wie vor unbewohnt.

Selbst wenn die Lage derzeit entspannt ist, betont die Dezernentin, dass die anstehenden Herausforderungen weiterhin groß seien. „Die ankommenden Flüchtlinge sind gut unterzubringen“, sagt sie. „Aber wir müssen es auch schaffen, die Integration weiter anzukurbeln, damit die Menschen eine Bleibeperspektive haben.“ Ausreichend Deutschkenntnisse, eine Wohnung und schließlich auch ein Arbeitsplatz seien nach wie vor die wichtigsten Punkte. Seit diesem Sommer finanziere der Kreis Sprachkurse für Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Weilrod-geht-mit-gutem-Beispiel-voran;art48711,2282203

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