Flüchtlingsinitiativen beschließen gemeinsames Leitbild

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21.9.2016: aus Taunuszeitung.Hochtaunus.
Es gibt viele Initiativen im Hochtaunuskreis, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren, in Form von Arbeitskreisen oder Cafés. Was sie verbindet, sind die Herausforderungen, aber auch die Probleme: Wo finde ich eine Wohnung für eine anerkannte Familie, einen Praktikumsplatz, wie komme ich zu den Behörden nach Bad Homburg? Das sind nur drei von vielen Fragen, die Ehrenamtliche beschäftigen. Um ihnen ihre Arbeit zu erleichtern, hat das Evangelische Dekanat Hochtaunus in den vergangenen Monaten mit ihnen zusammen ein Leitbild erarbeitet, es heißt „Für andere – füreinander – für uns“. „Weniger wichtig als das Leitbild selbst ist der Prozess, in dem es entstanden ist, der das Leitbild hat entstehen lassen“, sagte Dr. Tobias Krohmer, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung beim Evangelischen Dekanat Hochtaunus. Auf seine Initiative und die seines Kollegen Christoph Diringer vom katholischen Bezirk Hochtaunus wurde im Arbeitskreis Anfang des Jahres ein Leitbildprozess gestartet. Ziel war es, unterschiedlichen Vorstellungen und Motive von „Helfen“ auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, um Konflikte zu vermeiden.

Das Leitbild

Mit ihrem Leitbild definieren die Initiativen ihr Selbstverständnis in unterschiedlichen Beziehungen, etwa zu den Geflüchteten: „Wir bieten Unterstützungsangebote für Geflüchtete.

Gut die Hälfte der zehn Initiativen, die dem Leitbild beigetreten sind, kommen aus dem Usinger Land (Freundeskreis Asyl Pfaffenwiesbach, Flüchtlingshilfe Weilrod, Café International Grävenwiesbach, AK Flüchtlinge Neu-Anspach und seit Kurzem auch „TIPS am Montag“ aus Wehrheim), die andere Hälfte kommt aus dem Vordertaunus (wie die die AK Flüchtlinge Steinbach sowie die Flüchtlingshilfe Kronberg).

„Bei den Arbeitskreis-Treffen bringen sich die Initiativen selbst ein, ihre Ideen, ihre Fragen, ihre Probleme“, sagte Krohmer. Wichtig sei, dass man sich mit den Inhalten des Leitbildes identifiziere. „Und selbst wenn sich eine Initiative explizit gegen das Leitbild ausspräche“, sagte Diringer, „müsste man das als etwas Positives betrachten“. Denn es würde zeigen, dass man sich zumindest sehr genau mit der eigenen Haltung auseinandergesetzt habe.

Gemeinsame Probleme

Viele Probleme ähneln sich, andere unterscheiden sich. „Im Vordertaunus ist der angespannte Wohnungsmarkt das Hauptproblem, im Hintertaunus Mobilitätsprobleme, wie kommt ein Flüchtling etwa aus Weilrod ins Landratsamt in Bad Homburg, fragen sich die Helfer in Weilrod“, sagte Krohmer.

Krohmer hofft, dass das Modell Schule macht. Wünschenswert wäre seiner Meinung nach, wenn man den Prozess unter Einbeziehung der Sozialen Träger und der kommunalen Verwaltung auf Kreisebene wiederholen würde. „Damit wir ,das‘ wirklich schaffen, wäre eine gemeinsame Orientierung von Ehrenamt und Hauptamt äußerst wünschenswert“, so Krohmer. Denjenigen, die Sorge haben, ob es zu schaffen sei, würden so ein Zeichen geben, während man diejenigen, die ein Scheitern herbeisehnen, den Wind aus den Segeln nehmen könne.

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