Verwaltung berichtet über die Situation von Flüchtlingen und Helfern

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15.9.2016: aus Taunuszeitung. Wehrheim.
Die Zahl der von der Gemeinde in Wehrheim untergebrachten Flüchtlinge ist in den vergangenen Wochen gesunken. Wie Martina Rethmeyer von der Gemeinde am Dienstag im Ausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Kultur mitteilte, sind es derzeit noch 81 Personen – zum größten Teil in Familienverbänden –, nachdem es zwischenzeitlich bis zu 94 Personen waren.

Dennoch, so Rethmeyer in ihrem Bericht, werde die Arbeit für die ehrenamtlichen Helfer nicht weniger. Im Gegenteil. „Dabei wird viel Energie verbraucht, es geht an die Grenze.“ Das Spektrum der Angebote ist breit und reicht von Alphabetisierungskursen über Hilfe bei der schulischen Betreuung bis zur Unterstützung bei Behördengängen. Auch sei es nach wie vor nicht einfach, geeignete Wohnungen zu finden. Vor allem für diejenigen Geflüchteten, die anerkannt seien und nicht mehr in den gemeindlichen Unterkünften wohnen sollten. Dass, wie Rethmeyer betonte, viele Menschen lieber in Wehrheim als in Pfaffenwiesbach wohnen wollten, habe gute Gründe: „Die Anbindung ist nicht ideal, erst recht wenn sie arbeiten wollen.“ Denn die Flüchtlinge hätten keine Autos. Ausschussvorsitzende Heidrun Mony (SPD) verwies auf die geplanten Projekte zum sozialen Wohnungsbau in der Ortsmitte.




81 Geflüchtete

Derzeit leben in der Gemeinde 81 Flüchtlinge. 31 in Pfaffenwiesbach, 11 in Friedrichsthal und 39 in Wehrheim. Nach Ländern gliedert setzt sich die Zahl wie folgt auf: Aus Afghanistan stammen 36, aus Syrien 18 Personen.

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Dass ständig neue Helfer gesucht werden liege auch daran, dass die anerkannten Flüchtlinge meist ihre Ansprechpartner behalten. Denn mit der Anerkennung ende der Bedarf an Unterstützung noch lange nicht. Außerdem entwickelten sich Freundschaften zwischen Geflüchteten und Helfern. Rethmeyer: „Die Helfer fehlen dann aber für Neuankömmlinge.“ Vor allem in Pfaffenwiesbach werden demnach noch Unterstützer gesucht.

Geld nicht abgerufen

Darüber, dass Integration gut über Sport funktionieren kann, war sich das Gremium einig, was Ausschussmitglied Gitta Wied (SPD), die seit einiger Zeit zertifizierter Sport-Coach für Flüchtlinge, dann aber sagte, überraschte doch. Denn von den 5000 Euro, die vom Land im Rahmen des Angebots „Sport und Flüchtlinge“ schon im Juni angekündigt worden waren, ist bislang von den Vereinen kaum etwas abgerufen worden. „Bislang haben nur die Holzbachkicker Bälle und Stutzen gekauft“, teilte Wied mit. „Das Geld muss bis zum 31. Dezember ausgegeben sein – mit einer Karenzzeit von vielleicht 14 Tagen. Dann verfällt es“, mahnte sie Ausschuss und Sportvereine, sich mit möglichen Projekten bei ihr zu melden. Da, wie Mony und Ingo Engeland (CDU) berichteten, schon längst Flüchtlinge in Wehrheimer Sportvereinen aktiv sind, sich teilweise sogar als Übungsleiter engagieren, dürfte es eigentlich kein Problem sein, das Geld vernünftig zu investieren. Engeland bilanzierte: „Integration findet statt, wenn das Interesse da ist.“

Zugang über Musik

Eine andere Möglichkeit, eine universelle Sprache zu finden, sei die Musik. Das habe sich laut Heidrun Mony beim Begegnungsfest am Weidenprojekt gezeigt. Mony warf in den Raum, ob es eine Zusammenarbeit mit der Wehrheimer Musikschule geben könne. „Bei den Flüchtlingen sind ein paar sehr musikalische Kinder dabei“, meinte auch Rethmeyer anerkennend. Nawrowskis Mann hatte sich bereits angeboten, Schlagzeugunterricht zu geben – bislang sei das Projekt aber noch nicht angelaufen.

Natürlich bleiben auch die schulischen Leistungen im Blick. Und da könnten sowohl Flüchtlingshilfe als auch Limesschule Helfer gebrauchen – unter anderem zur Hausaufgabenbetreuung. Letztlich, so wandelte Rethmeyer ein afrikanisches Sprichwort ab, „braucht es für Kinder nicht nur Familien, es braucht ein ganzes Dorf.“ Und eben das sei das Ziel: Dass die Kinder zum Dorf dazugehören.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Verwaltung-berichtet-ueber-die-Situation-von-Fluechtlingen-und-Helfern;art48706,2215511

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