Gute Willkommenskultur

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5.9.2016: aus Taunuszeitung.Grävenwiesbach.
Ziemlich genau auf den Tag vor 25 Jahren zogen die ersten Asylbewerber in die Reihenhäuser im Forstweg ein. Damals war der Betreiber die Gesellschaft für diakonische Einrichtungen. Heute wird das Haus vom Diakonischen Werk Hochtaunus betrieben. Geleitet wird es von Robert Justus Wiehler.

Es sollte nicht verschwiegen werden, dass die Bewohner damals von den Grävenwiesbachern beobachtet und erst einmal auf Abstand gehalten wurden. Sie galten im Jahr 1991 als Fremde. Doch es gab auch Grävenwiesbacher, die sich zusammenschlossen und einen Freundeskreis bildeten, allen voran Prof. Dr. Andreas Buro, Andreas Romahn und Hartwig Rose. Diese Helfergruppe setzte sich für die Bewohner ein und machte ihnen den Neuanfang in Grävenwiesbach ein klein wenig leichter. Vor allem baute sie auch die Brücke zu den Ortsansässigen. Andreas Romahn erinnerte am Samstag beim Sommerfest des Flüchtlingswohnheims, das gleichzeitig diese vergangenen 25 Jahre Revue passieren ließ, an die einstigen Bewohner, die mit an der Geschichte Grävenwiesbachs geschrieben haben. Viele von ihnen seien Teil dieser Gemeinschaft und damit zu Freunden geworden, sagte Romahn.

Bis zu 100 Menschen wohnten in den damals neu gebauten Reihenhäusern im Forstweg. Heute sind es maximal 85, derzeit nur 78, die aus ostafrikanischen Ländern stammen. Darunter befinden sich etwa 20 Minderjährige vom Babyalter bis zu 17 Jahren. Die Aufenthaltsdauer liegt bei rund zwei Jahren. Ziel es sei, ein Zuhause auf Zeit zu gewähren, betonte Michael Hiebler, Leiter des Diakonischen Werkes Hochtaunus. „Die Bewohner sollen lernen, selbst initiativ zu sein.“ Dabei sei jedoch die Arbeit mit den Ehrenamtlichen immer noch nötig, die in Grävenwiesbach sehr gut laufe.




Eine sehr intensive Zeit

Nicht die gesamten 25 Jahre, dafür aber seit 1999 leitet Iris Lapani das Wohnheim für Flüchtlinge. Während der Feierstunde zum 25-jährigen Bestehen des Wohnheims erinnerte sie an die vergangenen



Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD), die für die Flüchtlinge im Hochtaunuskreis zuständig ist, betonte, dass es ohne Integration und Begegnung nicht geht. Bürgermeister Roland Seel (CDU) bezeichnete die vergangenen Jahre als erfolgreich. Er zählte sie alle auf, die damit verbunden sind: die Schule, der frühere Freundeskreis, das jetzige Café International und die Kirchengemeinden. „Wir haben hier in Grävenwiesbach eine gute Willkommenskultur“, lobte er. Und er versprach, die Holzschaukel vor den Häusern für die Kinder zu erneuern und sogar für neue Gefriertruhen zu sorgen.

Bundestagsabgeordneter Markus Koob (CDU) überzeugte die „tolle Arbeit, die in diesem Wohnheim geleistet wird“. Flucht sei kein Thema, das in wenigen Jahren erledigt sei. Grävenwiesbach sei ein deutliches Beispiel dafür, wie man damit umgehen könne. „Und das seit 25 Jahren“, sagte er. Mit einer fröhlichen Feier verbrachten einige Grävenwiesbacher den Tag mit den Bewohnern. Die hatten für die Gäste spezielle landestypische Gerichte gekocht.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Fluechtlingswohnheim-feiert-seinen-25-Geburtstag;art48706,2197274

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