Stadt zieht erstes positives Fazit zu den Asylunterkünften in Neu-Anspach

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29.8.2016: aus Taunuszeitung.
Neu-Anspach. Zurzeit hat der Hochtaunuskreis die „Wir-schaffen-das“-Herausforderung im Griff. So kam es beim Ortstermin in der Flüchtlingsunterkunft Rod am Berg jedenfalls rüber. Katrin Hechler (SPD), zuständige Dezernentin beim Hochtaunuskreis, schaute sich die Wohnanlage zusammen mit Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) an und ließ sich von den Mitarbeitern des Arbeitskreises Flüchtlinge und der Sozialarbeiterin in Diensten des Kreises, Saniye Akpinar-Weber, sowie Frank Vogel aus der Neu-Anspacher Verwaltung informieren.

In Rod am Berg klappt das Zusammenleben von Flüchtlingen und Anwohnern. Rund 30 Menschen leben im alten Landschulheim, drei Familien und Einzelpersonen aus Syrien, Pakistan, Irak und Afghanistan. „Hauptsächlich verständigen sich die Bewohner auf Arabisch, aber auch Englisch und Deutsch wird gesprochen“, erklärte die Sozialarbeiterin. Im Gemeinschaftsraum hängen viele beschriebene Flip-Chart-Blätter mit Zahlen, Wochentagen und Wörtern sowie deutschen Sätzen an der Wand. Einige Bewohner schauen freundlich aus ihren Zimmern, Gelegenheit zu einem Test: „Welcher Tag ist heute?“ Der Mann überlegt nicht lange: „Heute ist Freitag.“

„Es gibt zwar welche, die lassen es etwas schleifen, aber die meisten wollen möglichst schnell Deutsch lernen“, lobt Akpinar-Weber den Ehrgeiz der noch Fremden.

Und wie ist das mit der Religion? „Die meisten sind Muslime, aber die Religion spielt sich ausschließlich im privaten Bereich ab. Gemeinschaftlich dafür genutzte Räume, Bet-Räume, gibt es nicht, und darauf legen wir großen Wert“, so die Mitarbeiterin des Kreises.

Probleme in Neu-Anspach gebe es so gut wie keine, so Bürgermeister Klaus Hoffmann. Bis auf die Unterkunft im Trieschweg, und die werde man sich später noch ansehen (Lesen Sie dazu weiteren Text). Die Wohnungssuche für anerkannte Asylbewerber gestalte sich nicht leicht, sagte Hoffmann, und Frank Vogel berichtete, dass in der Rod am Berger Gemeinschaftsunterkunft neun Personen wohnen, die anerkannt sind. Theoretisch müssten diese jetzt auf dem freien Wohnungsmarkt unterkommen, damit die Plätze in den Gemeinschaftunterkünften frei werden.

Herausforderungen

Noch werde man den täglichen Herausforderungen gerecht. „Wir haben auch schon nachverdichtet“, sagte Hechler, „beispielsweise dadurch, dass wir dort, wo genug Raum bestand, statt Einzelbetten Etagenbetten aufgestellt hat.“ Etwa 20 neue Flüchtlinge kämen derzeit in der Woche. Und für den Fall, dass wieder mehr kommen sollten, gebe es Pläne in der Schublade.

Container seien in Neu-Anspach derzeit auch kein Thema. 160 Flüchtlinge lebten zurzeit in der Stadt, dafür stünden 14 Unterkünfte bereit, und dazu zähle auch angemieteter Wohnraum. Sechs Familien bewohnten inzwischen einige Wohnungen. Es zögen auch immer wieder Leute, meist Einzelpersonen, weg. 24 Menschen sind insgesamt anerkannt und suchen Wohnungen, so Vogel. Problem sei dabei der Sozialmietspiegel, der einzuhalten sei.

„Zustände sind unzumutbar“

Nicht ganz reibungslos verläuft das Miteinander von Bürgern im Hausener Trieschweg. Dort ist ein Wohnhaus mit vier Wohnetagen als Gemeinschaftunterkunft angemietet worden, und schon vorher hatten

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Hechler lobte das Engagement der Ehrenamtlichen aus dem Arbeitskreis, die sich für eine frühe Integration in Neu-Anspach einsetzen. Auf den Besuch der Unterkunft in der Firma Schlapp in Westerfeld verzichtete Hechler, denn die hat sie erst kürzlich besucht, und auch dort funktioniere nach ihrer Aussage das Miteinander von Bewohnern und Einheimischen.

„Auf allen Etagen gibt es Bäder und Toiletten“, so Sozialarbeiterin Saniye Akpinar-Weber später in der Unterkunft im Trieschweg – der für Mehrfamilienhäuser hierzulande übliche Standard. Im Dachgeschoss wohnten fünf Einzelpersonen, im Obergeschoss eine Familie mit Kind, im Erdgeschoss eine Frau mit Kind und im Untergeschoss eine Familie mit Baby sowie zwei Männer.

Mögen sich die Nachbarn teilweise durch die Bewohner aus fremden Ländern, die sicher auch andere Sitten mitgebracht haben, gestört oder belästigt fühlen, es gibt auch Nachbarn, die sehen es anders. „Ich habe damit keine Probleme, die Bewohner sind alle immer sehr freundlich“, sagte eine zufällig angesprochene Nachbarin von gegenüber.

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/Stadt-zieht-erstes-positives-Fazit-zu-den-Asylunterkuenften-in-Neu-Anspach;art48706,2185529

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