Hochtaunus: Bestandsaufnahme Flüchtlinge / Fachkräftemangel

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21.7.2016: aus: Taunus Zeitung. Ein Jahr Flüchtlingskrise im Taunus. Nur die Guten fassen Fuß. Von ANKE HILLEBRECHT. Der überwiegende Teil der Asylbewerber wird nichts gegen den Fachkräftemangel beitragen. Bei den anderen sind die Fachleute im Taunus nun, ein knappes Jahr nach Beginn der Flüchtlingskrise, aber zuversichtlich. Eine Bestandsaufnahme.



Jobs fallen einem nicht in den Schoß – erst recht nicht, wenn man Asylbewerber ist und erst einmal mühsam Deutsch lernen muss. Die Sprache ist nach wie vor die höchste Hürde, die die Neuankömmlinge nehmen müssen. Umso besser, wenn sie potenziellen Arbeitgebern in irgendeiner Weise positiv auffallen. Ein junger Mann aus Afghanistan zum Beispiel hatte seiner Sozialarbeiterin kundgetan, dass er gern in der Hotellerie arbeiten würde. So kam er zu einem Praktikumsplatz im Homburger Parkhotel, und weil er sich „so geschickt angestellt“ habe, wie Ausbildungsleiter Frank Petri erzählt, beginnt der junge Mann am 1. August seine Ausbildung zum Hotelkaufmann in der Herberge an der Promenade.

Die für den Hochtaunus zuständige Agentur für Arbeit (AA) in Ober-Eschbach hat weitere solcher Erfolgsmeldungen. Pro Monat gelinge es der Agentur, knapp 30 Personen zu integrieren, erklärt AA-Geschäftsführer Matthias Oppel; die Hälfte durch Ausbildungsplätze. Allein im Juni konnte sie Arbeitsverträge für zwei Männer aus Pakistan und der Türkei in einer Kfz-Werkstatt sowie im Controlling einer Baufirma vermitteln. Für neun weitere Asylbewerber fand die Agentur Ausbildungsplätze, Sprachkurse, kombiniert mit einem Firmenpraktikum, und Minijobs in der Umgebung.

Verglichen mit der Zahl von rund 3000 Flüchtlingen, die derzeit im Hochtaunuskreis leben, klingt die Monatsbilanz der AA zwar nach wenig, doch Flüchtlinge in Arbeit zu bringen ist ein Unterfangen der kleinen Schritte. Nun, knapp ein Jahr nach Beginn der Flüchtlingskrise, sollen mit dem neuen Integrationsgesetz des Bundes weitere Hürden abgebaut werden (siehe „Info“). Davon verspricht sich Oppel viel. „Das Gesetz wird Veränderungen bringen“, meint der Agenturchef.
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» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Nur-die-Guten-fassen-Fuss;art48711,2121650

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