Bad Homburg: Hier greifen auch männliche Flüchtlinge zum Kochlöffel

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19.7.2016: aus: Taunus Zeitung. Die Redensart „Die Welt ist ein Dorf“ wird verwendet, wenn man an einem weit entfernten Ort überraschend einem Bekannten begegnet. Im übertragenen Sinne passt die Formulierung aber auch zur Flüchtlingsunterkunft im Niederstedter Weg: Dort liegt Eritrea, im Nordosten Afrikas, gleich neben Afghanistan und Pakistan, gegenüber Syrien – jedenfalls, was die Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten betrifft, die es dort zu probieren gab. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hatte zum Sommerfest eingeladen und die Flüchtlinge stellten ihre Heimatländer vor, etwa mittels landestypischer Gerichte oder Collagen, auf denen sie Bilder und Informationen zusammengetragen hatten – untermalt von deutscher Schlagermusik. Am Ende stellte TZ-Mitarbeiterin Simone Dittmar fest: So unterschiedlich die verschiedenen Kulturen sind, etwas eint sie doch: die Leidenschaft fürs Kochen.

In der Küche im ersten Stock trifft Magdas aus Eritrea letzte Vorbereitungen. Auf dem Arm hält sie ihren kleinen Sohn, in der freien Hand einen Kochlöffel, mit dem sie in einem überdimensionalen Topf rührt: Darin köcheln Hühnerfleisch, Eier, Peperoni und Zwiebeln – das Gericht „Dorowet“ ist fast fertig. „Es war gar nicht leicht, alle Zutaten zu bekommen“, berichtet die 27-Jährige. In ihrem Fall ein bestimmtes Öl. Die Flasche mit den arabischen Schriftzeichen darauf, fand sie in einem afrikanischen Geschäft in Frankfurt. Auf der Arbeitsfläche gleich neben dem Herd bereitet eine Freundin, ebenfalls aus Eritrea, Hackfleisch zu, das ähnlich wie Tartar roh verzehrt wird. Außerdem gibt es „Cigawet und Gomen“ (Fleischspieße mit Salat) sowie „Njera“ (Fladenbrot).
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