Usingen / Oberursel: "Wie eine Strafe"

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15.7.2016: „Es fühlt sich an wie eine Strafe“
aus: Taunus Zeitung. Von NINA NICKOLL. Eben war die Karl-Hermann-Flach-Straße in Oberursel noch ihr Zuhause, plötzlich leben vier Flüchtlinge nun im ehemaligen Usinger Krankenhaus – und das sei das Schlimmste, was ihnen habe geschehen können, betonen sie im TZ-Gespräch.

Auf dem Tisch in einem Zimmer der Gemeinschaftsunterkunft in Usingen stehen zwei Schalen gefüllt mit Chips und Äpfel, daneben stehen Tassen mit Tee, abwechselnd reichen die jungen Eritreer die Schüsseln in die Runde. Sie sind sehr gastfreundlich und höflich, doch ihnen ist anzusehen, dass es ihnen nicht gut geht. Sie sind unglücklich, müssen oft an ihre Vergangenheit denken. „Ich habe noch nie so viel über die Flucht nachgedacht wie jetzt. In Oberursel haben wir unseren Anker gefunden. Der Umzug nach Usingen ist wie eine zweite Auswanderung für uns“, sagt einer der Männer.

Bei dem Gespräch dabei sind zwei Mitarbeiter des Refugee-Cafés Oberursel, Vincent da Silva und Rezan Cengiz und Ukbamariam Tewelde als Übersetzerin beim „Get.Together-Café in Frankfurt“. An diesem Tag ist sie als Übersetzerin in Usingen dabei, von Tigrinisch auf Deutsch und umgekehrt. Alle drei Helfer, aber besonders auch ihre ehemaligen, ehrenamtlichen Deutschlehrer von Teachers on the Road in Oberursel, seien wie eine Familie für sie gewesen. Usingen bedeute Isolation und Rückschritt für sie, auch Kontakte zu anderen Eritreern, teils auch Familienmitglieder, seien abgerissen. „Wir wissen nicht, wo alle 66 hingekommen sind. Beim Kreis hat man sich bedeckt gehalten“, sagt Vincent da Silva. Nach Angaben der Pressestelle des Kreises ist eine Gruppe an Frauen aus Eritrea nach Usingen verlegt worden, weil dort schon alleinstehende Eritreerinnen leben würden.
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» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/usinger-land/bdquo-Es-fuehlt-sich-an-wie-eine-Strafe-ldquo;art48706,2113581

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