Königstein: Weiterer Altbau als Asyl-Unterkunft

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18.6.2016: aus: Taunus Zeitung.
Die zuletzt stark gesunkene Zahl der neu ins Land kommenden Flüchtlinge nimmt den Kommunen etwas den Druck. Auch in Königstein. Dennoch hat der Finanzausschuss am Donnerstag mit knapper Mehrheit den Ankauf eines weiteren Hauses zur Unterbringung von Asylbewerbern befürwortet, das bislang noch gar nicht auf der Agenda stand. Ein Widerspruch? „Nein“, sagt Bürgermeister Leonhard Helm (CDU) und begründet es.

Von außen betrachtet, hat das Gebäude in den 86 Jahren seines Bestehens, schon bessere Zeiten gesehen. Die Stadt zahlt denn auch „nur“ 39 500 Euro für das Haus, den Löwenanteil von rund 390 000 Euro macht der Kaufpreis nach aktuellem Bodenrichtwert aus.

209 Quadratmeter Wohnfläche und noch einmal 70 Quadratmeter Nutzfläche vom Keller bis zum Dach, Gemeinschaftsduschen und -toiletten sind bereits vorhanden, wenn auch sanierungsbedürftig – das zweigeschossige Gebäude in der Sodener Straße 2 bringt einiges mit, was es braucht, um darin eine größere Zahl von Menschen einfach, aber anständig unterzubringen.

Den Eindruck hatte zumindest Bürgermeister Leonhard Helm (CDU), als er nach eigener Aussage online in einem Immobilien-Portal auf das Haus Baujahr 1930 (siehe auch „INFO“) stieß. Und da ein Ortstermin diesen ersten Eindruck bestätigte und auch die Preisvorstellungen der Eigentümer mit seinen durchaus in Einklang zu bringen waren, beschäftigte sich am Donnerstagabend der Haupt- und Finanzausschuss (HFA) mit der Frage, ob die Stadt das Gebäude für 430 000 Euro erwerben soll. Letztlich sagten sechs Mitglieder „Ja“ und fünf „Nein“ – das letzte Wort hat jetzt das Parlament am kommenden Donnerstag.

Zusätzlicher Standort

Sollte der Ankauf auch dort eine Mehrheit finden, wäre das Haus in der Sodener Straße – neben den bereits vorhandenen Unterkünften in der Seniorenwohnanlage in der Pinglerstraße, auf dem künftigen Betriebshofgelände am Kaltenborn und im Haus Michael in der Kaller-Straße sowie dem geplanten Neubau für mehr als 100 Personen am Kaltenborn – bereits der vierte Standort zur Unterbringung von Asylbewerbern. Und das allein in städtischer Obhut. Hinzu kämen die vom IB geführte Einrichtung in Falkenstein, das vom Kreis direkt angemietete ehemalige Hotel „Hirsch“ in der Stadtmitte sowie der nach wie vor von privaten Investoren in Abstimmung mit dem Kreis geplante Neubau für Flüchtlinge am Forellenweg. Mehr:

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Weiterer-Altbau-als-Asyl-Unterkunft;art48711,2064975

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