Bad Homburg: Neues Zuhause für junge Flüchtlinge

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18.6.2016: Aus: Taunus Zeitung. Von GABRIELE CALVO HENNING.
Neun sogenannte unbegleitete minderjährige Asylsuchende haben eine neue Bleibe gefunden. Seit Anfang Mai wohnen sie in einem Haus der Jugendhilfe des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Nassau (EVIM) an der Saalburgstraße.

Waheed ist 18 Jahre alt und Afghane. Seit Juli 2015 ist er ein UMA in Deutschland. UMAs, das ist die Abkürzung für „unbegleitete minderjährige Asylsuchende“ – Kinder und Jugendliche, die ohne Eltern oder andere erwachsene Angehörige aus ihren Heimatländern geflohen sind.

Nach Aufenthalten in größeren Flüchtlingsunterkünften in Frankfurt und Bad Homburg wohnt Waheed seit Anfang Mai mit acht weiteren jungen afghanischen Flüchtlingen zwischen 16 und 17 Jahren in einem von der Jugendhilfe des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Nassau (EVIM) angemieteten Haus in der Saalburgstraße. Er hat ein eigenes Zimmer, ausgestattet mit Bett, Schrank und – ganz wichtig – einem Schreibtisch. „Hier habe ich Ruhe für mich und Zeit zum Lernen“, sagt der ernsthafte junge Mann, der die Feldbergschule in Oberursel besucht und schon so gut Deutsch spricht, dass er oft als Übersetzer um Hilfe gebeten wird.
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Das ehemalige Wohn- und Geschäftshaus an der Saalburgstraße hat der EVIM für die nächsten Jahre angemietet, um dort für die Stadt Bad Homburg im Rahmen der Jugendhilfe junge Flüchtlinge zu betreuen. Nach Umbauarbeiten hat das Haus neben einem Büro, Badezimmern und einem Wohn- und Esszimmer mit Küchenzeile insgesamt neun Einzelzimmer. In einem weiteren Zimmer steht ein frisch bezogenes Doppelstockbett. „Das ist für Notfälle, die uns das Jugendamt schickt. Das müssen nicht nur Flüchtlinge sein“, erklärt EVIM-Mitarbeiter Baecker. Denn das Haus ist als interkulturelle Wohngruppe auch für andere Jugendliche, die in schwierigen familiären Situationen stecken, ausgelegt.
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Für Waheed steht fest, dass er so schnell wie möglich selbstständig werden will. Dazu gehört auch ein guter Schulabschluss. „Danach möchte ich Hotelfachmann oder Automechaniker werden. Wenn in meinem Land irgendwann wieder Frieden ist, dann kehre ich vielleicht zurück, um dort als Deutschlehrer zu arbeiten.“ Mehr:

» http://www.taunus-zeitung.de/lokales/hochtaunus/vordertaunus/Neues-Zuhause-fuer-junge-Fluechtlinge;art48711,2064972

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